Sonntag, 7. Februar 2016

Gute-Nacht-Poesie #5

Direkt aus meinem Herzen.
Und für meine liebe Freundin S. aus N.
Danke für große Worte in dunklen Zeiten. Du weißt. <3

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Ich nehm die Schuld nicht in die Hand.
Lass mir nicht den schwarzen Peter zuschieben.
In Zeiten wie diesen hab ich erkannt
Es kann nicht immer nur an mir liegen.

Dir passen meine Haare nicht,
Und die Art wie ich grunze beim Lachen?
Dass ich die Dinge von anderen Seiten aufziehe
Und manchmal auch Hirnamputierte Sachen mache?

Du magst nicht die Art wie ich rede,
Und dass ich gerne mal "Fuck" und "Verdammt" sage?
Findest mich zu protzig, prollig, zu divenhaft?
Zu unperfekt und nicht gerade taff? 


Mein Rock ist zu kurz,
Der Mittelfinger zu hoch,
Meine Hashtags zu wild
Und meine Träume zu Groß?!

Mein Herz zu naiv
Mein Kopf zu voll
Zwischen Quatsch und Punk
Sing ich in A-Moll
Und ich singe gern laut
Und zwischen lauter schiefen Tönen
Hörst du vielleicht die Melodie
Ein paar Sarah-Originaltöne?

Ein Orchester das spielt
Und eine Meute die tanzt
Wenn du die Augen schließt
Dann erkennst du es ganz 

vielleicht.

Vielleicht auch nicht.
Und dann ist es mir auch egal.
Denn wenn du mich in Schubladen steckst.
Wenn du anfängst mich zu Labeln,
Etiketten zu verteilen,
Und mir bei nicht-gefallen die Schuld gibst, dass ich so scheiße bin und du mich nicht leiden kannst, 

dann ist das so. 

Das ist dein Problem. Es liegt an dir.

Und dann erkenne ich meine Ecken. Meine Kanten. Meine wunderschönen schiefen Töne, die ich so rausschmetter, als würde ich jeden Ton treffen.
Und, verdammt nochmal, ich find mich gut. Und das ist das einzige was zählt. 







(c) Mro

Mittwoch, 20. Januar 2016

Gute-Nacht-Poesie #4

Auszug. Kein Titel vorhanden.


"Ich stehe in der Mitte vom Raum und schließe meine Augen.
Ich höre sie reden. Ich höre sie schreien. Ich höre alles, nur mein eigenes Herz nicht mehr.
Denn das ist zu leise, sitzt eingeschüchtert in der Ecke und versteht die Welt nicht mehr.

Mein Herz und ich
Waren eigentlich immer dicke Buddies
Konnten miteinander sehr gut leben
Haben unser Ding gemacht
Von Zeit zu Zeit mal nachgefragt:
„Na, du Zellhaufen wie geht’s dir heute?“
Und ich sagte: „Na, du Ding, das mich am Leben hält.
Es geht mir sehr gut. Hab einiges erlebt, einiges gesehen, einiges gelernt.
Bin heute mal da und morgen hier. Manchmal bin ich etwas traurig, aber so ist das halt.
Wie geht es dir denn so?“
Da sagt mein Herz dann so: „Blendend, du weißt doch, ich bin hier um Liebe in die Welt zu senden, um dich zu beschützen vor dem Bösen und ich denke an deinem Lächeln erkennen zu können, dass ich meinen Job ganz gut mache.“
Und daraufhin sag ich dann: „Ja, das ist wahr, du und ich sind doch irgendwie ein Team. Wenn ich dich nicht hätte, dann wäre ich ziemlich verloren!“
Und ein letztes Mal witzelt mein Herz: „Da hast du Recht, denn wenn du mich nicht hättest, dann wärst du ganz schön leblos.“

Leblos
Lebe los.
Fange an zu leben.


[...]"



(c) Mro 

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Vom Erwachsen werden und anderen Jahresabschlussweisheiten.

Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu.
Ich sitze im Bett und erstelle eine Playlist mit den Liedern, die mich dieses Jahr begleitet haben.
Und ich mache mir Gedanken. Über mein Leben.
2015 war nicht einfach, auch wenn ich mir das gewünscht hätte, nachdem das Jahr davor eine komplette Katastrophe war. Aber das ist okay, wie ich jetzt zum Schluss gemerkt habe.
Wenn das Jahr langsam Alt wird, dann werde ich auch träge. Die letzten zwei Wochen sind immer die schlimmsten. Es ist kalt draußen. Es wird schnell dunkel und es gibt so viele Feiertage, und das ganze Leben wird in diesen Tagen so entschleunigt, dass sich Stunden wie Monate anfühlen.
Und gerade jetzt wird es Zeit für mich, dass ich mich nochmal zurück erinnere. Und ich denke mir so: "Mein Gott, schon wieder ein Jahr um? Warum rennt die Zeit so?"
Und ich bin zum Schluss gekommen: Die Zeit rennt weil wir Erwachsen sind. Und das finde ich richtig behämmert.
Ich habe keine Lust auf Erwachsenen-Kram. Keinen Bock auf den Ernst des Lebens. Sich Sorgen machen um jeden Scheiß: Was passiert nach dem Studium oder der Ausbildung? Existenzängste. Irgendwie verliert man sich aus den Augen. Wo sind die guten Freunde hin? Die geilen Partys? Das unbeschwert sein?
Ich habe dieses Jahr einiges erlebt. Und ich habe so viel über mich gelernt. Und ich habe so viel wiedergefunden.
Ich weiß gerade auch nicht wo ich anfangen sollte zu erzählen. Vielleicht so:
2015 fing mit einer Liste von Vorsätze an, an die ich wirklich geglaubt habe. Während alle ihre Listen - auf denen stand: Weniger Rauchen, weniger Trinken - schon in den ersten Stunden oder Tagen des neuen Jahres über Bord geworfen haben, hab ich meine Liste als Leitfaden genommen. Als Leitfaden aus einem Leben, auf das ich keine Lust mehr hatte. Das mich unglücklich gemacht hat.
Es war also Zeit für Veränderungen und ich habe wirklich geglaubt, dass das "Mein" Jahr wird. Weil man das doch so sagt, wenn man Erwachsen wird. Weil das letzte Jahr doch immer irgendwie scheiße war. Und man sagt sich jedes mal aufs neue: "Das wird Mein Jahr!"
Ich fing also an Auszusortieren - Punkt 1 - denn der erste Schritt war, dass ich alles was mich runter zieht radikal loswerde. Und so habe ich mich von einigen Leuten getrennt. Weil sie mit mir gespielt haben oder mich manipuliert haben oder nichts Gutes für mich wollten. Ich fing an, mein Krempel auszusortieren, meine Klamotten - und einige Wochen später auch meine Wohnung, denn sie machte mich unglaublich traurig und depressiv. Ich packte also meine sieben Sachen und suchte mir eine neue Bleibe. Ein neuen Ort, von dem ich sagen konnte: "DAS ist mein Zuhause. Hier komm ich gerne hin, wenn es mir schlecht geht. Hier wohne ich nicht, hier lebe ich."
Die ersten drei Monate liefen so gut, dass ich mir sicher war: "Das würde mein Jahr sein!"
Ich fühlte mich wie der Phönix aus der Asche. War so sicher und so positiv, dass mir nichts schief gehen konnte dieses Jahr.
Und dann kommt das Leben und schlägt nicht nur einmal, sondern dreimal zu. Richtig schön auf die Fresse, bis es blutet und man den Wald vor lauter Bäume nicht mehr sehen kann.
Und dann dauert es, bis man wieder auf die Beine kommt.
Aber, und auch wenn es doof klingt, in solchen Tagen merkt man, wer die wahren Freunde sind. Wen du nachts um drei noch anrufen kannst. Wer dir ne Ohrfeige gibt, weil man zu viel getrunken hat. Wer sich nicht umdreht und geht und dich alleine lässt.
Zeit heilt alle Wunden - wieder so ein Sprichwort. Aber es stimmt. Meistens.

Ich sitze nun hier und denke über die letzten Monate nach. Und darüber, dass es nicht darum geht zu denken, dass das Jahr "Meins" oder "Deins" ist oder war oder sein wird.
Es wird nie ein komplettes Jahr so laufen wie du es dir vorstellst. Manchmal geht es auch mal abwärts und man steht im Sturm. Und das ist die wesentliche Sache, die ich dieses Jahr gelernt habe:
Mal ist es gut, und mal ist es weniger gut. Aber das sollte man nicht an einem Jahr, an 12 Monaten fest machen.

Und was mir außerdem bewusst geworden ist:
Gib nie auf. Mit einer Portion Humor und positiven Gedanken und richtigen Menschen an der Seite, wird das alles schon.
Und auch wenn es so scheint, dass ich erwachsen werde: Sei dir sicher, dass ich nie den Quatsch in meinem Kopf und den Punk aus meinem Herzen verliere.


Guten Rutsch und Frohes Neues, B!tches.

Mro.