Samstag, 24. Dezember 2016

Merry Christmas everyone

Passend zur besinnlichen Zeit einen kleinen Text den ich vor zwei oder drei Jahren für den Paderborner Kultslam geschrieben habe. 

Einmal im Jahr, da drehn alle ab
Da meckern alle immer „Die Zeit ist zu knapp“
Es ist ja so, dass Weihnachten sehr plötzlich erscheint
Und man dann die fehlenden Geschenke beweint
Weil Amazon, Ebay, Zalando & Co. Immer versagen
Wir es doch jedes Jahr aufs Neue waagen
Die Geschenke für unsere Liebsten auf die letzte Minute zu bestellen
Und dann der Postbote wegen Matschschnee und Minusgrade sich weigert was zuzustellen

Einmal im Jahr, versteh ich die Welt nicht mehr
Da ist selbst in der Fußgängerzone zu viel Verkehr
Und wenn Leute einander noch durch die Läden schieben
Und sich anschreien, anstatt einander zu lieben

Dann ist es nicht weit her: Denn Weihnachten macht uns das Leben schwer

Wenn eine Jahreszeit nicht zu Enden scheint
Und bei der Deutschen Bahn Chaos ausbricht sobald es schneit
Wenn aus der kindlichen Freude über ne Schneeballschlacht
Sich Frust entwickelt aufgrund von matschiger Pracht

Wenn man als Sneaker-Liebhaber gezwungen ist Boots zu tragen
Und man es lieber vorzieht deswegen auch Dates abzusagen
Wenn einem dank sexy Feinrippunterhemd warm ums Herz wird
Und sich Omma's Nierengurt in deinen Kleiderschrank verirrt

Wenn du dank eingeschneiten „Parken verboten“-Schild mit nem Strafzettel büßt
Und dank Sommerkleid die nächste Blasenentzündung grüßt
Wenn das Fahrrad an der Straßenlaterne fest friert
Und ein Eiszapfen deine rotzige Nase ziert

Dann ist es nicht weit her: Der Winter macht uns das Leben schwer.

Wenn du auf dem Weihnachtsmarkt von Fressbude zu Fressbude schwippst
Und du Amaretto auf deine Currywurst kippst

Wenn du nüchtern bist weil du kein Glühwein trinkst
Und das Niveau der Freunde dank Glühwein sinkt
Wenn trotzt Kinderpunsch die Hände einfrieren
Und du anfängst ohne Alkohol zu halluzinieren

Tja, dann ist es nunmal nicht weit her: Die Winterzeit macht uns das Leben schwer.

Wenn heilig Abend wie immer so plötzlich vor der Tür steht
Und „Last Christmas“ hat dann plötzlich nen neuen Interpret
Wenn Miley aus Wrecking Ball ne Weihnachtsedition macht
Und nackt auf einer Weihnachtskugel durch Wände kracht

Wenn deine Mitbewohnerin beschwipst einen Tannenbaum mitgehen lässt
Und sich als Hulk vorbereitet auf das heilige Fest
Und wenn sie das nicht nur einmal beschließt
Und du die Küche vor lauter Bäume nicht mehr siehst

Wenn auch die Erotik-Industrie nicht auf Scheinchen verzichten will
Und eine Kollektion für sexy Nikoläuse erstellt
Und wenn du in der Weihnachtszeit deinen Geburtstag schmeißt
Und deine Freunde dir einen Stripper organisieren der auch noch Niko Laus heißt

Wie immer, ist es da nicht weit her: Der Dezember macht uns das Leben schwer.

Wenn Omma im Plätzchenbackwahn ist
Und der Miezekater alles auffrisst
Wenn die Nichten ihren Wunschzettel noch am 24. neuschreiben
Und Weihnachtsgefühle trotz Tonne an Deko ausbleiben
Wenn an Heilig Abend Opa dann zu viel trinkt
Und die ganze Bude nach dem Selbstgebranntem stinkt

Wenn Mutti Salz und Zucker verwechselt
Und trotzt Tantes Nussallergie Nüsse in die Soße häxelt
Und wenn Papa schief und schräg Stille Nacht singt
Die Nacht leider gar nicht mehr so still klingt
Wenn der Bruder die Geschenke mit mehr Tesa als Papier verpackt
Und wenn der Onkel noch schnell einen Christstollen backt
Wenn der beste Freund sich als Christkind verkleidet
Und trotz gut gemeintem Rat nicht Oppas Selbstgebrannten meidet

Wenn der Miezekater als schwarzes, haariges Engelchen auf der Baumspitze sitzt
Und irgendwie alle Zweige anfrisst
Wenn der Tannenbaum mehr leuchtet als uns lieb wäre
Und ich der Feuerwehr die Brandursache erkläre

Dann ist es nicht weit her: Weihnachten macht uns das Leben schwer




In diesem Sinne wünsche ich euch frohe Weihnachten, und eine besinnliche Zeit mit euren Liebsten und ganz viel von diesem "weniger Stress" 

In Liebe - Eure Mro!

Sonntag, 30. Oktober 2016

Babyboy.

Neben all dem Rock'n'Roll in meinem Leben
Neben all dem Chaos und meinen Abwegen
Da halt ich manchmal inne
Und schau auf dich zurück
Weil es mir immer noch das Herz zerbricht

Zeit heilt keine Wunden.
Zeit lässt nicht vergessen.
Diese Liebe ist unvergänglich.
Ich trag' dich für immer im Herzen. 




(c) Mro Jenkins // Oktober 2016

Montag, 19. September 2016

[MroEsie, Bitches] Mro ist zurück, ihr Nutten.

Mro ist zurück in diesem Gebiet.
Vor langer Zeit für tot erklärt,
wurd ich versiebt.
Verscharrt unter Worten fremder Menschen.
Unter Gerüchten als wüssten sie
wo ich gerade hin bin.

Damals da hast du mein Vertrauen gebrochen

Nicht nur mein Selbstvertrauen
Auch das Vertrauen in Mitmenschen
Hast mich zerbrochen
Zerbrechen lassen
An deinen Worten
An Lügen die ich für die Wahrheit hielt
Bis zu jenem Tag, an dem Nichts mehr hielt.

Was war nur los mit mir

Was war das für ein Bann
Warum hattest du diese Macht
Und mich in deiner Gewalt

Und alles hast du gegeben um mich loszuwerden

Hast alles getan um zu sehen wie ich sterbe
Hast mich wohl absichtlich von der Klippe springen lassen
Obwohl du wusstest, dass ich hier nichts mehr schaffe

Und so bin ich gegangen

Kurz untergetaucht
Meine Wunden geleckt
Meine Seele verkauft

Hab Nächte nicht geschlafen

Und mich durch Tage gequält
Hab wiedergefunden
Was wirklich zählt

Mich neu kennengelernt

Und dich nicht mal verachtet
Weil es weniger schlimm ist gehasst zu werden
als nicht beachtet

Und da brennt nun wieder Feuer in mir

Da ist wieder Licht
Meine Flügel sind geheilt
Im Gepäck ein Gedicht

Mro ist zurück, ihr Nutten.

Und mir gehts besser als je zuvor
Also gibt nichts auf Gerüchte von Fremden
Denn ich nehm's irgendwie mit Humor

Ich schlag jetzt mal ein neues Kapitel auf

Und warte dort wo immer, wenn mich jemand braucht
Mit einem Grinsen im Gesicht
Und diesem Mittelfinger hoch oben

Du kannst mich kurz in die Knie zwingen

Aber wirklich klein kriegst du mich nicht
Du kannst mich vor anderen für tot erklären
Aber mich richtig vergraben, das kann nur ich.

Mro Jenkins ist zurück, ihr Nutten.

Und so schnell nicht wieder weg.






(c) Text - Mro Jenkins // 2016
(c) Foto - Michael Kühler

Mittwoch, 7. September 2016

Alles Neu macht ... Mro?!

Aloha Freunde der Poesie und Nicht-Poesie!

Hier hat sich lange nichts getan, denn ich bin für ein Weilchen abgetaucht - eher weil ich musste, nicht weil ich wollte, aber das ist eine andere Geschichte.
Und hier geht es nicht um mich. Also doch schon irgendwie.
Jedenfalls haben sich im letzten halben Jahr einige Dinge so verändert, dass ich finde, es ist Zeit um nicht mehr nur an Poesie zu hängen. 


Ich liebe das was ich mache, ich liebe es zu schreiben und auf der Bühne zu stehen, aber Poesie und Poetry Slam ist nur ein Teil meines Lebens. Es gibt so viele Sachen die ich einfach LIEBE.
Handarbeiten zum Beispiel: Häkeln, nähen, stricken - kreative Textilarbeiten, aus Alt mach Neu, und, und, und. 


Aber ich bin auch das absolute Sport-Girl. "Schon mal was von Lacrosse gehört?" - "Was ist das, kann man das essen?" - "Ist das nicht diese Marke mit dem Krokodil?" - "Hä, nee! Das ist doch das mit den Pferden, wo man so Bälle wegschlägt."
Äh nee, das ist weder essbar, noch kann man es anziehen, noch braucht man Tiere dazu.
Lacrosse ist ... wie Schmetterlinge fangen. Nur, dass es Spaß macht. ;)
Soviel dazu fürs erste - mehr bald! :) 


Und so wird mein kleines Baby endlich eingeschult: Willkommen auf "BY MRO JENKINS" - über die Dinge die ich liebe und wofür ich lebe.
In nächster Zeit ändert sich hier noch einiges, aber ich freu mich schon drauf.

Bis bald, Freunde.

xoxo - Eure Mro. 

Dienstag, 12. April 2016

Krimskrams







Ich packe mein Krimskrams,
ich bin dann mal weg.
Du kannst mich suchen,
auf mich warten,
aber ich komm' nicht zurück.

Meine Wohnung hab ich abgebrannt,
'nen ganzen Haufen Scherben zusammen gefegt.
Ich blicke nicht zurück,
denn es gibt noch so viel, was vor mir liegt.




(c) Mro

Mittwoch, 6. April 2016

"Du hast da n Braten in der Röhre!" - Sprachrohr Slam Moers

Puh, ich habe unglaublich oft diesen Blogpost angefangen, weil ich nicht so richtig in Worte fassen konnte was da so passiert ist an diesem Samstag (19.03.2016).
Ich hab es mir auch versucht irgendwie selber zu erklären, warum mir dieser Abend so wichtig war und warum es so toll war - aber ich glaube, das bleibt vielleicht erstmal in meinem Tagebuch, bis ich weiß, wie es genau ausdrücken soll.

Jedenfalls war es wundervoll. Ich hatte Spaß, ich hab tolle neue Menschen kennengelernt. Meine Eltern waren zum ersten Mal bei einem lyrischen Auftritt von mir. Und ich stand im Finale.
Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass ich die erste Runde überstehe. Der Toby, gegen den ich gebattlet hab, hatte einen tollen Text über die Ruhrpotter Kultur, bei dem ich so hart lachen musste.
Aber als ich dann da oben stand und der Keller der Röhre "Suffelfe" einfach hart abgefeiert hat (und meine Eltern auch!!!!), dachte ich mir nur so "HOLY SHIT!" und die Wertung war auf meiner Seite.
In der zweiten Runde dachte ich mir so: "Okay geil. Aber hiernach ist echt Ende."
Hab nämlich in der zweiten Runde "Ebbe und Flut" gelesen. Kommt auch ganz gut an immer, aber viele Leute setzen eher auf Witz. Bei "Ebbe und Flut" setze ich hingegen auf Emotionen und auf Herz. Weil ich finde, dass die Welt auch sowas braucht.
Und BÄM! Da hat dieser Text eingeschlagen wie ... Schokolade auf einer Kindergeburtstagsparty.
Als ich in der Pause die Toiletten aufgesucht habe (kleine Anekdote: Ich stand erstmal im Männerklo, weil es keine Ausschilderung gab und ich mich in der Tür geirrt habe. Hoppala!), würde ich gefragt, ob es mich denn auch in schriftlicher Form geben würde - Ebbe und Flut sei ein "unglaublich schönes Gedicht".
Ein anderes Mädchen feierte Suffelfe mega und meinte zu mir sie würde an diesem Abend ganz auf meiner Seite stehen und ich würde ihr sehr aus dem Herzen sprechen.

Mein kleines Herz ging auf. So tolle Komplimente bekommt man nicht so oft und seit langer Zeit bekam ich endlich wieder das Gefühl, dass ich irgendwie schon (fast) alles richtig gemacht hatte und dass es gut war, wie ich schreibe. Denn so wie ich schreibe so bin ich. Und irgendwie bin ich ja gut, so wie ich bin.

Im Finale haben ich eine Kurzgeschichte gelesen, die ich vor zwei Jahren in einem Kurs in der Uni geschrieben habe und die wir auch in einem Band veröffentlicht haben: "Regen für Sommer" heißt mein kleines Debutwerk.
Gegen Florian Schreiber aus Aachen, der von seinem Rapbattle an der Aldi-Kasse erzählte konnte ich zwar nicht ankommen - aber das ist voll okay. Florian hat echt was richtig krasses raus gehauen. Und immerhin hab ich so auf dem zweiten Platz ein Knicklicht-Laserschwert bekommen. Da bin ich doch gerne Zweite.

Hier hab ich noch ein paar tolle Fotos für euch, die der Fotowikinger gemacht hat.




















Schön wars. Danke ihr Lieben für diesen tollen Abend.

Und Danke Moers. Manchmal vergesse ich, dass du gar nicht so schäbbig bist, wie du manchmal tust.

Auf Bald!

xoxo  -  Eure Mroooooooooo! 


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Mro in der Zeitung!

Donnerstag, 10. März 2016

Termine, Termine, Termine!

Ahoi meine Leichtmatrosen,
hier kommen ein paar Termine für Euch!
Vormerken! Eintragen! Kommen! 


Donnerstag, 17.03.2016 - Lyriker Lounge - Lesebühne im Globetrotter Paderborn

Samstag, 19.03.2016 - Sprachrohr-Slam, Poetry Slam in der Röhre, Moers


Samstag, 09.04.2016 - Cup der guten Worte, Poetry Slam im Raum für Kunst, Paderborn

Sonntag, 24.04.2016 - Pappslam, Poetry Slam in Jules-Papp, Krefeld

Montag, 25.04.2016 - 3. Rathausslam, Poetry Slam im Rathaus Paderborn

Montag, 09.05.2016 - Kosmopoeten, Lesebühne im Sputnik Paderborn


Sonntag, 7. Februar 2016

Gute-Nacht-Poesie #5

Direkt aus meinem Herzen.
Und für meine liebe Freundin S. aus N.
Danke für große Worte in dunklen Zeiten. Du weißt. <3

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Ich nehm die Schuld nicht in die Hand.
Lass mir nicht den schwarzen Peter zuschieben.
In Zeiten wie diesen hab ich erkannt
Es kann nicht immer nur an mir liegen.

Dir passen meine Haare nicht,
Und die Art wie ich grunze beim Lachen?
Dass ich die Dinge von anderen Seiten aufziehe
Und manchmal auch Hirnamputierte Sachen mache?

Du magst nicht die Art wie ich rede,
Und dass ich gerne mal "Fuck" und "Verdammt" sage?
Findest mich zu protzig, prollig, zu divenhaft?
Zu unperfekt und nicht gerade taff? 


Mein Rock ist zu kurz,
Der Mittelfinger zu hoch,
Meine Hashtags zu wild
Und meine Träume zu Groß?!

Mein Herz zu naiv
Mein Kopf zu voll
Zwischen Quatsch und Punk
Sing ich in A-Moll
Und ich singe gern laut
Und zwischen lauter schiefen Tönen
Hörst du vielleicht die Melodie
Ein paar Sarah-Originaltöne?

Ein Orchester das spielt
Und eine Meute die tanzt
Wenn du die Augen schließt
Dann erkennst du es ganz 

vielleicht.

Vielleicht auch nicht.
Und dann ist es mir auch egal.
Denn wenn du mich in Schubladen steckst.
Wenn du anfängst mich zu Labeln,
Etiketten zu verteilen,
Und mir bei nicht-gefallen die Schuld gibst, dass ich so scheiße bin und du mich nicht leiden kannst, 

dann ist das so. 

Das ist dein Problem. Es liegt an dir.

Und dann erkenne ich meine Ecken. Meine Kanten. Meine wunderschönen schiefen Töne, die ich so rausschmetter, als würde ich jeden Ton treffen.
Und, verdammt nochmal, ich find mich gut. Und das ist das einzige was zählt. 







(c) Mro

Mittwoch, 20. Januar 2016

Gute-Nacht-Poesie #4

Auszug. Kein Titel vorhanden.


"Ich stehe in der Mitte vom Raum und schließe meine Augen.
Ich höre sie reden. Ich höre sie schreien. Ich höre alles, nur mein eigenes Herz nicht mehr.
Denn das ist zu leise, sitzt eingeschüchtert in der Ecke und versteht die Welt nicht mehr.

Mein Herz und ich
Waren eigentlich immer dicke Buddies
Konnten miteinander sehr gut leben
Haben unser Ding gemacht
Von Zeit zu Zeit mal nachgefragt:
„Na, du Zellhaufen wie geht’s dir heute?“
Und ich sagte: „Na, du Ding, das mich am Leben hält.
Es geht mir sehr gut. Hab einiges erlebt, einiges gesehen, einiges gelernt.
Bin heute mal da und morgen hier. Manchmal bin ich etwas traurig, aber so ist das halt.
Wie geht es dir denn so?“
Da sagt mein Herz dann so: „Blendend, du weißt doch, ich bin hier um Liebe in die Welt zu senden, um dich zu beschützen vor dem Bösen und ich denke an deinem Lächeln erkennen zu können, dass ich meinen Job ganz gut mache.“
Und daraufhin sag ich dann: „Ja, das ist wahr, du und ich sind doch irgendwie ein Team. Wenn ich dich nicht hätte, dann wäre ich ziemlich verloren!“
Und ein letztes Mal witzelt mein Herz: „Da hast du Recht, denn wenn du mich nicht hättest, dann wärst du ganz schön leblos.“

Leblos
Lebe los.
Fange an zu leben.


[...]"



(c) Mro