Freitag, 25. Dezember 2015

Live On Stage - Ein Rückblick

Leute!
Gibt einiges zu erzählen.
Ich hab bisschen was erlebt im November und Dezember. Voll spannend.

Zum Beispiel wurden Leni und ich - zusammen bilden wir das Team LinguB!tches (hust) - gefragt ob wir nicht einen unserer Team-Texte beim "Hammer Slam" in Hamm zum Besten geben wollen.
Klar, haben wir gesagt.
Und so fuhr ich an dem besagten Donnerstag alleine nach Hamm (gut, so ganz alleine war ich nicht, Karsten, Sarah Lau und Floehr waren mit von der Partie) um die LinguB!tches mehr oder weniger erfolgreich zu vertreten. Leni war leider verhindert und so musste ich mich einem nach Wort und Witz gierigem Publikum stellen.
Spaß hat es auf jeden gemacht - nächstes Mal aber mit Dir, Lenovski!


(c) Sascha Drechsler // "Hammer Slam" Hamm 19.11.2015 // "Ebbe und Flut" 

Die zweite Veranstaltung im November war für mich was ganz ganz besonderes.
Ein Heimspiel Deluxe quasi. 
Ich wurde vor einigen Monaten - vielleicht waren es auch Wochen, aber meine Zeitwahrnehmung ist so großartig wie n Stück schimmliges Toast auf Koks - gefragt ob ich nicht beim GoAhead Slam teilnehmen möchte.
Wer mich kennt weiß, dass ich nie "Nö" sage zu nem Auftritt - oder zum Lacrosse zocken... äääh suchten - und selbige Ereignisse nur abgesagt werden, wenn mich ne Grippe ans Bett fesselt und das Fieber so Kopfschmerzen macht, dass ich keine zwei Meter geradeaus schauen kann. Oder wenn die Deutsche Bahn beschließt, mal wieder die Arbeit nieder zu legen.
Letzteres passiert öfter.
Mit dem Nichtwissen, worauf ich mich mit dieser Zusage eingelassen habe, wird mir knapp drei Wochen vor dem Event gesagt, dass wir nicht nur Texte für ein guten Zweck lesen, nein, das ganze nennt sich auch noch "PROFS GEGEN PROFIS".
Da ich mich nicht in die Prof-Schiene einordnen konnte - haha - wurde mir klar, dass ich dann anscheinend für die Profi-Seite antrete.
Und ich nur so "Äh? Profi? Sicher dass ich nicht nur für die Deko da bin? Ich kann Blumen gießen - das mache ich nicht sehr gut, aber immerhin hab ich Referenzen vorzuweisen."
Nein, ich war nicht zur Deko da. Nicht nur. Ein bisschen. Wobei nee. Das klingt so eingebildet.

Profs gegen Profis // Audi Max - Uni Paderborn 25.11.2015 // "Suffelfe"


Team Profis: Mro! // Dave // Markus Lauert // August Klar // Sarah Lau (v.l.n.r.)


Jedenfalls bekam ich übelstes Herzflattern vor dem Auftritt - der Text war bereits gezückt, ich saß da nippte an meiner Limo und überlegte ob ich nicht ein Herzinfarkt vortäuschen könnte, da bat mich Dean, der an dem Abend die Show moderierte vors Mikro.
Suffelfe hab ich gelesen. Hatte kein Plan ob der Text ankommt (ist immer mal so, mal so) ... aaaaaaaaaaaaaber wot schut ei säi? It wos ä wäri nais ivänink. Und die Leute im AudiMax sind so hart abgegangen - das hab ich ja schon hart gefeiert.
So ein Gefühl kenn ich normalerweise nur von den Konzerten die ich mit meiner ein und anderen Band gespielt hatte. Ich war an diesem Abend wieder ganz nah dran am Rockstar sein. Zumindest vom Feeling her. Die Groupies lassen aber immer noch auf sich warten. Die Katzen auch. Haha.




Es war auf jeden ein wunderschöner Abend, den Punktemäßig Markus Lauert für sich entscheiden konnte. Es wurde ne Menge Kohle gesammelt für Schulprojekte in Afrika. Und ich war mit meiner Limo, Schokolade und neu gewonnen Fans sehr sehr sehr glücklich.

( Alle Fotos vom "Profs vs. Profis" (c) Sarah Mevers // mehr auf Facebook) 


Der letzte Auftritt in diesem Jahr war mit meiner anderen LinguB!tch-Hälfte beim Welcome Festival Vol. 2 in der Kulturwerkstatt Paderbon am 12.12.2015. 
Den Abend davor hatten wir ordentlich Lenis Geburtstag gefeiert - und irgendwie kam ich nicht so wirklich aus dem Bett. Dann war mein Zeitmanagement auch mal wieder unter aller Sau - und in solchen Momenten fange ich auch noch gerne an zu trödeln. Aber wir waren trotzdem pünktlich Am Ort des Geschehens.
Der ganze Tag war hefton und ultra cool. Wir haben unseren eigenen Backstagepass bekommen (sowas hab ich nur bekommen, als ich das ein oder andere Konzert mit der Band gespielt habe), Leni und ich hatten unsere eigene Garderobe - na ja, zumindest am Anfang und es wurde sich so toll um uns gekümmert. 




Es fing mit einem Infonachmittag über Flüchtlinge an, Leni und ich haben jeweils einen Text gelesen. Dann sind wir noch als LinguB!tches aufgetreten und haben unseren Mut-Text (inklusive Performance - haha) gemacht.
Ich glaub wir kamen ganz gut an, und ich hab immer wieder Spaß daran zu zweit aufzutreten. Nicht nur, dass ich total gerne mit Leni zusammen schreibe, wenn wir zusammen auf der Bühne stehen, ist das für mich immer ein bisschen wie Weihnachten und Ostern. Da wird gerockt, gelacht, Quatsch gemacht, man ist vorher zusammen aufgeregt, und hinterher zusammen erleichtert. Es ist einfach ein Fest!

Abends standen wir noch während des Konzerts vor der Bühne, haben getanzt, getrunken und die Bands ausgecheckt. Es war richtig, richtig gut.

Und weil Leni und ich uns so freuen, gibt es hier unseren Text übers mutig sein, den wir vor einiger Zeit geschrieben haben.

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Der Text vom mutig sein
(Team LinguB!tches)

Yo ich bin Leni
Yo ich bin Mro
Und wir sind ganz schön froh
Dass der Mut uns nicht verlassen hat
Hier heute zu Slammen
im Herzen der Stadt

Über den eigenen Schatten springen
Und endlich etwas Richtiges zu Stande bringen
Mut ist etwas wo jeder mit geboren wird
Und wer sagt,dass er keinen hat,der irrt
Die Angst nimmt immer wieder Überhand
und klagt über Risiko und den großen Aufwand
Die Angst ist meterhoch und wirft einen Schatten über mutige Taten
und da gibt’s nur eins war wir dir raten


Zeig der Angst den Mittelfinger
und mach Mut zum einzigen Gewinner!

Du willst sein wie Pippi Langstrumpf
und nicht versinken im Angst getränkten Lebenssumpf
Du willst das sagen was du denkst ohne nachzudenken
Du willst dem Gefühl in deinem Bauch einfach mehr Aufmerksamkeit schenken
Doch wie kannst du Pferde in die Höhe heben
wenn du dich schon schwer tust mit deinem eigenem Leben?
Du bist niemals so wie Pippilotta,das ist klar
Denn im echten Leben bist du nur wie Annika!

Zeig der Angst den Mittelfinger
und mach Mut zum einzigen Gewinner!


Du stehst an der Bar,ein Bier in der Hand
Alle tanzen wild herum,doch du stehst nur am Lebensrand
Komm schwing zusammen mit mir dein Tanzbein
Denn zusammen ist man viel weniger allein
Der Mensch da vorne er lacht dich an
Doch die Angst hat dich in ihrem Bann
Meint er mich? Lacht er mich aus?
Die Unsicherheit bricht aus dir heraus
Und du verkriechst dich wieder in deinem Schneckenhaus

Zeig der Angst den Mittelfinger
und mach Mut zum einzigen Gewinner!

Wenn der Mensch den du liebst, dir dein Herz bricht
Und dir aus dem Hinterhalt ein Messer in den Rücken sticht
Doch du ihm trotzdem jedes mal wieder Vertrauen schenkst
Und du dir für diese Entscheidung immer neue Gründe ausdenkst
Denn die Angst alleine zu sterben
Ist viel größer als die Scherben
In denen deine Beziehung durch Streit und Respektlosigkeit geriet
Doch du hast Panik und Angst vor dem großen Schritt, dem Abschied

Zeig der Angst den Mittelfinger
Und mach Mut zum einzigen Gewinner!

Wenn dein Job die reinste Höllenqual ist
Doch du trotzdem irgendwie darauf angewiesen bist
Aber dein Chef sich alles andere als fair verhält
Denn der gesetzliche Mindestlohn ist ihm zu viel Geld
Dein Mut was zu sagen, hast du längst verloren
Denn du denkst du bist zum verlieren geboren
Für einen anderen Job, denkst du , bist du nicht gut genug
Du gestehst dir nicht ein, es ist alles nur Selbstbetrug
Deine Meinung und du, ihr seid mehr wert als du denkst
Es wird Zeit dass du dein Talent nicht weiter verschenkst

Zeig der Angst den Mittelfinger
Und mach Mut zum einzigen Gewinner!

Und hier noch Eins, das viele Menschen sich nicht trauen
Laut NEIN zu sagen, und nicht mehr weg zu schauen
Wir sagen Nein zu Atomkraft und Ressourcenverschwendung
Sagen Nein zu RTL und Casting-Sendung
Zu Homophobie und Trends wie Magerwahn
Und sagen ganz klar NEIN zur Deutschen Bahn
Wir sagen Nein zu Faschismus und Abschiebung
Und zu Schnapsideen wie G8 und 12-Jahre-Schulbildung
Wir sagen Nein zur Unterdrückung und Diktatur
Und zur Respektlosigkeit gegenüber einer fremden Kultur
Wir sagen Nein zu Diskriminierung und Sexismus
Und Nein zu Pro-Choice-Gegnern und Antifeminismus

Wir heben unsere Mittelfinger und sagen Nein
Auch uns fällt es manchmal schwer mutig zu sein


(c) Mro & Marlene L. - Team LinguB!tches. 



Donnerstag, 24. Dezember 2015

Der Dezember macht uns das Leben schwer

Einmal im Jahr, da drehn alle ab
Da meckern alle immer „Die Zeit ist zu knapp“
Es ist ja so, dass Weihnachten sehr plötzlich erscheint
Und man dann die fehlenden Geschenke beweint

Weil Amazon, Ebay, Zalando & Co. Immer versagen
Wir es doch jedes Jahr aufs Neue wagen,
Die Geschenke für unsere Liebsten auf die letzte Minute zu bestellen
Und dann der Postbote wegen Matsch-Schnee und Minusgrade sich weigert das zuzustellen

Einmal im Jahr, versteh ich die Welt nicht mehr
Da ist selbst in der Fußgängerzone zu viel Verkehr
Und wenn Leute einander noch durch die Läden schieben
Und sich anschreien, anstatt einander zu lieben

Dann ist es nicht weit her: Denn Weihnachten macht uns das Leben schwer

Wenn eine Jahreszeit nicht zu Enden scheint
Und bei der Deutschen Bahn Chaos ausbricht sobald es schneit
Wenn aus der kindlichen Freude über ne Schneeballschlacht
Sich Frust entwickelt aufgrund von matschiger Pracht

Wenn man als Sneaker-Liebhaber gezwungen ist Boots zu tragen
Und man es lieber vorzieht deswegen auch Dates abzusagen
Wenn einem dank sexy Feinrippunterhemd warm ums Herz wird
Und sich Omma's Nierengurt in deinen Kleiderschrank verirrt
Wenn das Fahrrad an der Straßenlaterne fest friert
Und ein Eiszapfen deine rotzige Nase ziert

Dann ist es nicht weit her: Der Winter macht uns das Leben schwer.

Wenn heilig Abend wie immer so plötzlich vor der Tür steht
Und „Last Christmas“ hat dann plötzlich nen neuen Interpret
Wenn Miley aus Wrecking Ball ne Weihnachtsedition macht
Und nackt auf einer Weihnachtskugel durch Wände kracht

Wenn auch die Erotik-Industrie nicht auf Scheinchen verzichten will
Und eine Kollektion für sexy Nikoläuse erstellt
Und wenn du in der Weihnachtszeit deinen Geburtstag schmeißt
Und deine Freunde dir einen Stripper organisieren der auch noch "Niko Laus" heißt*

Wie immer, ist es da nicht weit her: Der Dezember macht uns das Leben schwer.


Wenn Omma im Plätzchenbackwahn ist
Und der Miezekater alles auffrisst
Wenn die Nichten ihren Wunschzettel noch am 24. neuschreiben
Und Weihnachtsgefühle trotz Tonne an Deko ausbleiben
Wenn an Heilig Abend Opa dann zu viel trinkt
Und die ganze Bude nach dem Selbstgebranntem stinkt

Wenn Mutti Salz und Zucker verwechselt
Und trotzt Tantes Nussallergie Nüsse in die Soße häxelt
Und wenn Papa schief und schräg Stille Nacht singt
Die Nacht leider gar nicht mehr so still klingt
Wenn der Bruder die Geschenke mit mehr Tesa als Papier verpackt
Und wenn der Onkel noch schnell einen Christstollen backt
Wenn der beste Freund sich als Christkind verkleidet
Und trotz gut gemeintem Rat nicht Oppas Selbstgebrannten meidet

Wenn der Miezekater als schwarzes, haariges Engelchen auf der Baumspitze sitzt
Und irgendwie alle Zweige anfrisst
Wenn der Tannenbaum mehr leuchtet als uns lieb wäre
Und ich der Feuerwehr die Brandursache erkläre

Dann ist es nicht weit her: Weihnachten macht uns das Leben schwer!

Und trotz allem wünsch ich euch nun ein schönes Weihnachtsfest
Und dass ihr euch nicht zu sehr stresst
Denn eigentlich geht es doch mehr um Liebe
Und verdammt nochmal nicht um Kommerz
Also verschenkt mal weniger Krimskrams
Verschenkt doch lieber euer Herz.



November 2011 mit Meph


(c) Mro! 
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Anmerkung von der Poetin: 
* Den gibt es wirklich! Lingubitch Leni und ich haben mal gegoogelt.

Freitag, 23. Oktober 2015

Lyriker Lounge Paderborn - Oktober 2015 // "Fuck mich doch mal ab" - Auszug #2

Ahoi, ihr Leichtmatrosen! 

Der Zeitpunkt ist also gekommen: Jetzt kommt tatsächlich ein Blogpost. Ein richtiger Blogpost. 

Nach langer Zeit stand ich endlich mal wieder auf den Brettern die die Welt bedeuten und ich weiß nicht wann ich das letzte mal so nervös war.
Momentan schreib ich leider nicht mehr so viel. Ich arbeite viel und bin dann in der Uni, denn das Semester hat wieder angefangen, und irgendwie ist Uni trotzdem total anstrengend, auch wenn man nun endlich genau das macht, was man kann und liebt und dann kommen da noch so Dinge hinzu wie 'ne Mitbewohner-Suche, denn bei uns in der WG werden zwei Zimmer auf einmal frei und dann will man ja auch endlich mal wieder die Eltern besuchen, denn das Heimweh hat schon wieder an der Tür geklingelt, und dann gibt es auch noch unsere Lacrosse-Liga-Spiele und das Training und ich hab noch Freunde die ich sehen will - ihr merkt, Freizeit und Leben kommt momentan echt zu kurz. Und in der wenigen freien Zeit die ich in den letzten Wochen hatte, war ich so ausgelaugt, dass mein Kopf ein wenig einem Zombie gleich war.
Also, das Kreativ-Schreiben-Areal in meinem Hirn hatte dann mal einfach zwischendurch so gesagt: "Ey Mro, nö! Gerade kein Bock! Lass mal lieber einfach mal Ferien machen, ich brauche Urlaub!" Und so hat das Areal seine Koffer gepackt - aber es kam relativ pünktlich zurück. Ein Tag vor der LYRIKER LOUNGE PADERBORN.
Und so wurde mein Text am Mittwoch Abend noch fertig. 

Wer wundert sich also darüber, dass ich heute, am Donnerstag im GLOBETROTTER in Paderborn saß und nicht wusste ob der Text ankommt oder ob ich total versage. Panik pur! 

Lange Rede, Sinn egal: Jedenfalls. Es war ein grandioser Abend. Das Zittern hat sich gelohnt, ich habe mich tierisch gefreut, endlich mal wieder ein Text zu machen, und dieser lag mir sehr am Herzen, denn in "Fuck mich doch mal ab" mach ich meinem Unmut Luft und mach ein bisschen Aufstand. Weil es so viele Dinge gibt die mich persönlich total nerven und mich so sauer machen.

Persönliche Texte sind immer die schwersten. Weil man immer ein Teil von sich mitgibt. Weil man verletzlich und angreifbar wird.
But hell yeah, das ganze extrem positive Feedback und die ein oder anderen Tränchen im Publikum, die geflossen sind, haben mich sehr stolz und glücklich gemacht und mir gezeigt, dass das heute Abend kein Seelen-Striptease war, wie viele so persönliche Texte kritisieren, sondern dass ich da einige Nerven getroffen haben.
Danke, ihr ganzen vielen Träumer und Poeten, ihr Tränzer und Sänger und Verrückten und treuen Pilger der Lyriker Lounge. Danke, für jeden einzelnen Drücker heute Abend und jedes Wort und für den Applaus.

Danke. 

So bevor ich hier noch ne ganze Runde sentimental werde, geh ich schlafen. Morgen ist wieder Uni angesagt. Woop Woop. 





Fuck mich doch mal ab
(Auszug)
[...]

Und ja, mich fucken so viele kleine und große Dinge ab
Und ich könnt so oft kotzen
Und so oft schreien
Weil ich jeden Tag Dinge erlebe, die einfach scheiße und unfair sind
Und dafür ist dieser Text

Mach doch mal den Mund
Und zeig dein Löwenmut
Lass das Feuerwerk in deinem Herzen raus
Und sei doch mal bereit für ein bisschen Punk und Aufstand
Mit einer Portion Respekt und Toleranz

Die Welt ändert sich nicht, wenn man nur jammert
Also mach deinem Unmut Luft
Und stell doch mal die Welt auf den Kopf.





(c) MRO