Blut seh'n
Ich sehe Rot.
Ich sehe Blut.
Ich sehe vor allem das, was du nicht siehst.
Weil dir der Blick fürs Detail fehlt.
Du sieht ein raufenden Kopf. Der sprichwörtliche "Zerstreute Professor".
Du siehst geballte Fäuste. Ein wenig Wut.
Du siehst Tränen.
Du distanzierst dich.
Geht dich nichts an. Sagst du.
Und ich sehe Rot.
Ich sehe Blut.
Ich sehe Schmerzen und Narben.
Ich sehe Wunden. Offene. Klaffende.
Ich sehe Blut.
Ich sehe Hoffnung.
Und ich sehe, wie Hoffnung stirbt.
Ich sehe Verzweiflung.
Und Unsicherheit.
Du siehst Coolness. Alkohol. Drogen. Sex.
Tanzend zu dem Beat, der dein Kopf beherrscht.
Du starrst.
Ich starre.
Du siehst den perfekten Lidstrich.
Ich seh eine Fassade.
Du siehst bunte Haare.
Ich seh eine Fassade.
Du siehst schwingende, kurze Kleider.
Ich seh eine Fassade.
Ich seh ein Schutzwall. Für das Biest in mir.
Das Biest, dass ich vor langer Zeit in Ketten gelegt habe.
Das ich nur mit Wasser und Brot fütter, damit es nicht noch mehr kaputt macht.
Das Biest, dass nur Sex bekommt, anstatt Liebe.
Das Weggesperrt wird, anstatt bestützt.
Du siehst eine Frau.
Ich seh ein Mädchen.
Du siehst eine Bitch.
Das bin ich vielleicht.
Aber eher noch ein Punk.
Im Herzen.
Ein blutendes Herz.
Ein Herz, dass Schlag für Schlag kämpft.
Mit dem Biest in mir, das rebelliert.
Du siehst ein Stehaufmännchen.
Ich seh ein Verlierer.
Ich sehe Rot.
Ich sehe Blut.
Aber in erster Linie seh ich, wofür dir der Blick fehlt.
(c) Mro
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