Donnerstag, 24. September 2015

Gute-Nacht-Poesie #3

Mal wieder, mal wieder die gute "Gute Nacht Poesie".
Diesmal über mein Zuhause und die wahrscheinlich wunderschönste Stadt der Welt: Paderborn. 
Man mag meinen, es wär gefährlich sowas zu behaupten, aber ich bin so hart verliebt in diese Stadt, dass ich es gerne mit den Worten meiner sechsjährigen Nichte ausdrücke: "Ich glaub ich dreh durch..." ;)





"Aber Paderborn ist nicht deine Heimat?" 

Nein, aber mein Zuhause. 
Da wo mein Herz hingehört, da wo ich zur Ruhe komme, da wo die Glocken des Doms mich jeden Morgen wecken und da wo ich liebe, leide und lache.

Da wo tausend Gesichten anfangen und auch einige wieder enden,
 wo ich Ideen spinne, ausbrüte, manchmal verwerfe.

Da wo ich man mich nur auf vier Rollen kennt, denn mein Zwei-Rad-Porsche lass ich lieber im  Keller stehen und wo ich nicht nur meine Liebe zum Wort, sondern auch meine Liebe zum Sport wiedergefunden habe.

Da wo ich meine Freunde meine zweite Familie nenne,
und da wo ich so genommen werde wie ich bin, mit all den Fehlern und Macken.
Da wo mein bester Freund mich betrunken heim trägt, 

und wo gute Freundinnen nachts vor der Tür stehen, wenn man am Telefon geknickt klingt.

Da wo ich durch das Sappho springe,
oder auf WG-Partys fremden Menschen die Haare schneide. 
Da wo wir 90er-Jahre-Fete noch rocken, 
und wo wir zu Libori auch mal zu tief ins Glas schauen ...


Nein Paderborn ist nicht meine Heimat. 
Aber woanders ist auch Scheiße.







(c) Mro!

Montag, 7. September 2015

Ebbe und Flut + RADIOMITSCHNITT



(Live-Mitschnitt von 'Ebbe und Flut' + Vor- und Nachgequatsche)




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Für A. 

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Ein Bund fürs Leben
Ein Bund wonach Menschen
Streben
Ihr Leben lang
Doch wir haben es von Geburt an

Wir zwei
Verschieden
Doch aus dem selben Blut
Wir zwei
Wir blieben
Nicht
Sondern zogen in die Welt
Mit Stock und Hut

Ich bin Ebbe und du bist Flut
Wenn die See rau die Wellen hoch peitscht
Dann kämpf' ich auf meinem Segelboot nicht allein
Dann hältst du die Seile gespannt
damit ich die Segel richtig setzen kann
Und das schon mein Leben lang

Die Steine über die ich zu stolpern drohe
Drückst du mir in die Hand
Um mit ihnen nach den Anderen zu werfen
Immer bereit für Punk und 'ne Portion Aufstand

Lass dir nichts sagen, du kannst das! Ich weiß es“
Wenn die Tage schwarz sind
Und meine Laune auch
Dann mach ich von deiner Motivation gebrauch

Erst bin ich traurig
Dann geht’s mir gut

Ich bin Ebbe und du bist Flut
Wenn die Sonne am Horizont versinkt
Und mir das Meer auch nichts mehr bringt
Die Sirenen heulen und die Möwen schrei'n
Dann weiß ich, ich bin bei dir daheim

Denn zu Hause ist da wo das Herz bleibt
Da wo man einander antreibt
Verrückte Ideen ausspinnt
Und danach gemeinsam bei einem Bier singt

Familie ist mehr als den gleichen Namen tragen
Mehr als in schlechten Zeiten zu sagen:
„Jo, kann man sich halt nicht aussuchen!“
Nein, das kann man nicht,
Aber Blut ist nun mal dicker als Wasser

Und wenn ich auf die Fresse flieg
Bist du nicht der Erste der sagt: „Siehst,
Hab ich dir doch gleich gesagt!“
Nein, du hilfst mir noch und fragst
Wem soll ich auf die Schnauze hau'n!“

Wir zwei sind nun mal aus dem selben Blut

Ich bin Ebbe und du bist Flut
Wenn wir dann wie Piraten streiten
Nach unseren Säbeln greifen
uns fast die Köpfe einschlagen
Und uns übers Deck jagen

Wenn wir fluchen und schreien
Dann ziehn wir uns zurück
Sind für nen Moment allein

Aber auch nicht lang
Denn wir wissen
Dass der eine ohne den anderen nicht kann

Auf Kurs zu bleiben ist gemeinsam
Nicht nur weniger einsam
Sondern auch gefüllt mit doppelten Lachen
Und doppelt-verrückten Sachen machen

Gemeinsam Rücken an Rücken zu kämpfen
Wenn das Schiff überfallen wird
Gemeinsam gegen den Strom zu lenken
Wissen, dass man gemeinsam nicht untergeht

Zusammen haben wir doppelt so viel Mut
Ich bin Ebbe und du bist Flut
Doch manchmal
Da braucht auch der Große von der Kleinen Rat
Auf hoher See
Weit weg von der Heimat
Dann stecken wir die Köpfe zusammen
Und ich höre mir deine Pläne an

Du weißt dass mein Ohr immer offen für dich ist
Auch wenn du der große Bruder bist
Aber jeder sitzt mal in einer Ecke gefangen
Und ohne Komplizen wird einem schnell Angst und Bang
Doch du weißt hoffentlich dann,
Dass du dich auf mich verlassen kannst

Bei Geheimnissen schweige ich wie ein Schiffswrack
Bei dummen Spinnereien, droh ich dir mir „Kopf ab!“
Bei den besten Ideen unterstütze ich dich
Und das was du für mich bist, bin ich für dich

Die Jahre gehen zu schnell ins Land
Und so wie die Ebbe ohne die Flut nicht kann

Bist du mein Gegenpol
Von Anfang an.




(c) Mro!

Sonntag, 26. Juli 2015

Gute-Nacht-Poesie #2 // Textauszug

Ein Textauszug aus "Fuck mich doch mal ab!", einem noch nicht fertigen Text, den ich in einer lauen Juli-Nacht in diesem Jahr angefangen habe.
Und passend zur später Stunde: Gute Nacht, Babes and Bitches. 

"[...]
Manchmal denk ich so 'Yeah'. Manchmal denk ich so 'Nein, Man'. Und manchmal da gibt es so Tage, wo ich einfach nur schreien will. Einfach vor einer Wand stehen und die ganze Zeit dagegen brüllen.
Dann bin ich so sauer und wütend und enttäuscht, dass mir die Worte fehlen.
Dann hilft nur brüllen und schreien und Fäuste ballen. 

Hinter Fassaden blicken ist nicht so einfach. Aber hat man erstmal rausfinden können, wie dick die Fassade ist, versteht man auch den Mensch dahinter. 

Aber auch wenn man versteht, oder gerade weil man versteht, ist das Bedürfnis zu schreien und zu brüllen und die Fäuste zu ballen oft noch viel, viel größer. 

Ich balle meine Fäuste. Und eines Tages reich ich dir vielleicht die Hand.
Vielleicht.
Aber darüber mach ich mir noch keine Gedanken, denn ich brülle. Gegen deine Wand.
[...]"





(c) Mro